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10.12.2009 | Arbeitszeiten gegen die innere Uhr
Nacht- und Schichtarbeit

Arbeitsmediziner haben neue Erkenntnisse über die gesundheitsverträgliche Gestaltung von Wechselschichten gewonnen.

Es ist zehn Uhr morgens. In der Kantine eines nordrhein-westfälischen Automobilzulieferers haben sich knapp 50 Beschäftigte versammelt. Sie alle arbeiten in dieser Woche in der Frühschicht. Mit Interesse verfolgen sie, was ihnen die Arbeitszeitberaterin über schnell rotierende Schichten erklärt.“Viele Arbeitnehmer wissen zwar von den gesundheitlichen Auswirkungen, die Schichtarbeit haben kann“, sagt die Arbeits- und Organisationspsychologin Dr. Ulrike Hellert. „Trotzdem werden Wechsel im einwöchigen Rhythmus zunächst als die bessere Variante betrachtet“, so die Leiterin des „Zeitbüros NRW“.

Die innere Uhr gewöhnt sich nicht um. Nachtarbeit läuft dem Körperrhythmus zuwider, sagt Michael Ertel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dort wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Folgen von Nacht- und Schichtarbeit zusammengetragen. Schlafstörungen zählen vor allem dazu, ebenso Magen-Darmbeschwerden und Herz-Kreislaufprobleme. Schichtarbeit beeinträchtigt aber auch das Familien- und Sozialleben. Und: Das Unfallrisiko während der Nachtschicht steigt um über 30 Prozent.

Unternehmen können negative Auswirkungen mindern, indem sie den Rat von Arbeitsmedizinern bei der Schichtplanung berücksichtigen. Für Barbara Griefahn vom Institut für Arbeitspsychologie der Uni Dortmund bedeutet das unter anderem „dass der Körper nicht versucht, sich auf den Nachtrhythmus einzustellen, sondern im normalen Tagesrhythmus bleiben kann.“

Rotieren für den Biorhythmus. Darum lautet die generelle Empfehlung, nicht mehr als drei Nächte hintereinander zu arbeiten, damit Schlafdefizite verringert werden können. Die Schichtpläne sollten vorwärts, in der Reihenfolge Früh-, Spät-, Nachtschicht rotieren. Nach einer Nachtschichtphase empfiehlt sich ein freier Tag als Ruhepause. Dauernachtschichten sollten nicht nur wegen der körperlichen Belastung, sondern auch zum Schutz vor sozialer Ausgrenzung vermieden werden. Dr. Hellert vom „Zeitbüro NRW“ empfiehlt zudem Eingleit- und Ausgleitphasen als Beispiel für flexible Arbeitszeiten, die auch Schichtarbeiter nutzen können.

Quelle: AOK Die Gesundheitskasse



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